🕊️ In liebevoller Erinnerung

Für meine Lahja

Es gibt diese Tiere, die begleiten einen durchs Leben.
Und dann gibt es Lahja – die nicht nur begleitet hat, sondern ein Teil von allem geworden ist.

Fast fünfzehn Jahre war sie bei mir, seit sie als kleines Fellknäuel in mein Leben gekommen ist. Und ich weiß noch genau, dass sich mit ihr etwas verändert hat – nicht laut, nicht plötzlich, sondern ganz leise. So wie sie selbst war. Und trotzdem war danach nichts mehr ganz wie vorher.

Lahja war sanft, aufmerksam, verschmust und auf eine stille Art sehr präsent. Sie hat nie eingefordert, aber immer alles gegeben. Dieses leise Dasein, das sich so selbstverständlich anfühlt und gleichzeitig so besonders ist. Wenn sie mich angeschaut hat, hatte ich oft das Gefühl, sie versteht mich besser als ich selbst.

Sie hatte diese eine Art zu sein, die einen sofort weich werden lässt. Wenn ich sie streicheln wollte, wurde ich oft erst liebevoll abgeleckt – als würde sie kurz entscheiden, ob ich das überhaupt „verdient“ habe. Und meistens durfte ich dann bleiben. Wenn ich sie gerufen habe, kam sie mit hoch erhobenem Schwänzchen und diesem vertrauten Miauen zu mir gelaufen, als wäre es das Natürlichste der Welt, einfach zu kommen.

Abends hat sie auf mich gewartet. Nicht irgendwo – sondern genau da, wo sie wusste, dass ich gleich bin. Und morgens saß sie neben mir im Bad, während ich mich fertig gemacht habe, als wäre das unser gemeinsamer Start in den Tag gewesen. Diese kleinen Momente wirken heute so groß.

Lahja war da, wenn das Leben schwer war. Besonders auch in einer Zeit, die mich tief erschüttert hat, als mein Vater plötzlich gestorben ist. Sie hat nichts gesagt, nichts erklärt – sie war einfach da. Und genau das hat gereicht. Oft mehr als alles andere.

Sie hat mich auf eine Weise geprägt, die ich erst viel später richtig verstanden habe. Durch sie habe ich noch klarer gesehen, wie fein, klug und verletzlich Katzen sind – und wie viel man über sie lernen kann, wenn man wirklich hinschaut. Lahja hat einen großen Anteil daran, dass ich heute als Verhaltensberaterin arbeite. Nicht als „Grund“, sondern als Wegbegleiterin, die mich dahin geführt hat.

Und jetzt fehlt sie in so vielen kleinen Momenten, dass ich sie manchmal überall noch suche.
Am Bett.
Im Bad.
In dieser ganz bestimmten Stille, die sie früher gefüllt hat.

Was bleibt, ist nicht nur Erinnerung.
Es ist diese tiefe, ruhige Liebe, die sich nicht verändert, nur weil sie nicht mehr hier ist.

Meine Lahja
für immer ein Teil von mir

† 18.04.2026